Umzug – und warum Orientierung kein Randthema ist!

Ein neuer Standort ist mehr als eine neue Adresse – wie man das Thema Gebäudeleitsystem mitdenkt!

Umzüge von Verwaltungen oder ganzer Firmen sind ein Kraftakt, erfordern
sehr viel Organisation und gründliche Planung.

Dabei ist der Umzug in ein neues Gebäude viel mehr als der Wechsel einer Adresse. In der Regel werden dabei die großen Themen gründlich geplant: Flächenkonzept, IT und Infrastruktur, Möblierung, Sicherheits- und Brandschutzanforderungen, Abläufe im Betrieb sowie ein reibungsloser Start am neuen Standort.

Was jedoch in vielen Projekten auffällig spät oder gar nicht adressiert wird, sind Leit- und Orientierungssysteme. Dabei entscheidet gerade dieses „unscheinbare“ Thema häufig darüber, wie schnell sich Mitarbeitende in einem neuen Gebäude im Alltag zurechtfinden und Wegeführung funktioniert. Und – was besonders bedeutsam ist –  wie es von Mitarbeitenden, Gästen und Dienstleistern wahrgenommen wird.

Denn sobald Menschen das Gelände betreten, beginnt ihre Suche nach dem richtigen Ziel

Welcher Weg führt zum barrierefreien Eingang? Wo ist der Empfang? In welchem Stockwerk ist der Meetingraum oder das Büro? Wo befinden sich die WCs, wo ist der Wartebereich oder Fluchtweg?

Wenn diese Fragen nicht intuitiv beantwortet werden, entstehen unnötige Reibungen: Nachfragen, Umwege, verpasste Termine, zusätzliche Belastung für das Team am Empfang und Service – und im schlimmsten Fall Unsicherheit in kritischen Situationen.

Ein gutes Leit- und Orientierungssystem ist deshalb kein nachträglicher „Beschilderungsauftrag“, sondern ein strategischer Baustein der Inbetriebnahme.

Es verbindet Architektur, Nutzung und Markenauftritt und sorgt dafür, dass sich alle Personen schnell zurechtfinden – unabhängig davon, ob sie täglich vor Ort sind oder zum ersten Mal kommen.

Worauf es dabei ankommt?

  • Klare Wegeführung und logische Adressierung in einer Informationskette (Gebäude/Etagen/Räume)
  • Gute Sichtbarkeit und verständliche Informationshierarchie (Kategorisierung in Haupt- und Nebenziele also Klärung der Frage: Welche Ziele sind für viele Menschen relevant?)
  • Konsistente Gestaltung und wiedererkennbares Design (funktional, barrierearm, markenkonform)
  • Integration von digitale Lösungen (QR, Mehrsprachigkeit, Accessibility)

Wer das Thema früh mitdenkt, spart später Zeit, Kosten und Improvisation – und schafft vom ersten Tag an einen Standort, der professionell wirkt und im Alltag reibungslos funktioniert.

Sie planen auch einen Umzug?

Wir von city concepts sind Spezialisten und haben langjährige Erfahrungswerte: von der Erstellung der Zielliste bis hin zur Umsetzungs- und Montagebegleitung. Die systematische Aufbereitung der Inhalte für Beschilderungen sind die Basis für die Planung der Standorte, sowie für die Ermittlung von Stücklisten.

city concepts arbeitet u.a. für die Stadt Heidelberg bei Umzügen von Ämtern. Auch Sie können auf und zählen und unsere Expertise nutzen. Gerne beraten wir Sie im Rahmen Ihres Projektes und unterstützen Sie bei der Planung. KONTAKT

Mirjam Berberich

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SWR berichtet – Barrierefrei unterwegs: Ein Leitsystem von city concepts für alle

SWR berichtet – Barrierefrei unterwegs: Ein Leitsystem von city concepts für alle

Inklusion sichtbar machen, Orientierung erleichtern und Zugänglichkeit für alle schaffen – mit diesem Anspruch hat city concepts in Deidesheim ein barrierefreies Leitsystem umgesetzt, das als Vorbild für modernen, inklusiven Tourismus dient.

Barrierefreier Tourismus ist heute kein Randthema mehr, sondern ein Qualitätsmerkmal. Immer mehr Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Sehbehinderungen oder kognitiven Beeinträchtigungen wünschen sich einen selbstbestimmten Zugang zu Freizeit- und Kulturangeboten.

Auch Familien mit Kinderwagen oder ältere Menschen profitieren von barrierefreien Angeboten. Deidesheim zeigt, wie dies in einem historischen Ortskern mit verwinkelten Gassen und Denkmalschutzvorgaben gelingen kann, ohne dass die Authentizität verloren geht. So sieht es auch der SWR, der die Deidesheimer Rundgänge im März 2025 als vorbildlich hervorhob: „Ein gelungenes Beispiel für barrierefreien Tourismus in der Pfalz.“ (SWR-Bericht ansehen)

Ein Leitsystem, das Orientierung für alle schafft

Das Leitsystem in Deidesheim geht weit über herkömmliche Wegweiser hinaus. Es basiert auf einem integrativen Konzept, das unterschiedlichste Bedürfnisse berücksichtigt – von taktiler Orientierung bis hin zu digitalen Hilfsmitteln. Im Zentrum steht der Gedanke der hindernisfreien und hürdenlosen Orientierung.

Die besondere Herausforderung in Deidesheim bestand darin, ein modernes, barrierefreies Leitsystem mit dem historisch gewachsenen Ortsbild zu vereinen.

city concepts hat daher zwei Themenrouten entwickelt: Eine befasst sich mit der Historie Deidesheims, die andere legt den Fokus auf Genuss und Freizeit. Bei der Planung beider Routen wurde auf die baulichen Gegebenheiten Rücksicht genommen, sodass sich barrierefreie Erreichbarkeit und ein authentisches Ortsbild verbinden lassen. Die Wege sind befestigt, Steigungen wurden minimiert und es wurden barrierearme Rastmöglichkeiten an relevanten Stellen geschaffen.

Die behutsame Farbgestaltung der Elemente folgt einem gestalterischen Konzept, das sich harmonisch in das Stadtbild einfügt. Ein wiederkehrendes Symbol dient als Wiedererkennungsmerkmal auf allen Systemkomponenten und erleichtert die Orientierung – ganz unabhängig vom Vorwissen der Nutzer.

Die „Historische Runde” führt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten, Plätzen und Weingütern rund um das Ortszentrum – die „alla hopp! Runde” ergänzt das Angebot mit zertifizierten, barrierefreien Aktivanlagen und Freizeitpunkten.

Beide Routen sind durchgehend barrierearm oder barrierefrei begehbar. Ziele, die nicht direkt an den Hauptrouten liegen, wurden als Exkursionen gekennzeichnet. Entlang dieser Verbindungen sind eventuell vorhandene Hindernisse explizit ausgewiesen, was einen entscheidenden Beitrag zur transparenten und realistischen Erwartungssteuerung der Besucherinnen und Besucher leistet.

Eine Gruppe Zuhörer steht an einem Wegstreifen, der eben wirkt und für Rollstuhlfahrer gut befahrbar ist

Um die Praxistauglichkeit des Leitsystems sicherzustellen, wurde bereits in einer frühen Projektphase eine Testberollung mit einer betroffenen Person durchgeführt. Dabei wurden kritische Strecken und Orte im Detail analysiert und die gewonnenen Erkenntnisse unmittelbar in die Planung integriert. In der Folge wurden zahlreiche Ertüchtigungsmaßnahmen realisiert, u. a.:

  • Bordsteinabsenkungen,
  • Verbesserung der Oberflächenbeschaffenheit (z. B. durch Abschleifen und Verfugung mit Epoxidharz),
  • Zwischenpodeste an Steigungen, wie z. B. am Caritas-Altenzentrum.

Diese Maßnahmen ermöglichen heute ein deutlich komfortableres und sichereres Fortbewegen für Menschen, die einen Rollstuhl nutzen, für Personen mit Rollator oder für Familien mit Kinderwagen – selbst in einem historisch geprägten Stadtkern mit Kopfsteinpflaster und verwinkelten Gassen.

Ein weiteres zentrales Element war das grafische Gesamtkonzept: Ein eigenes Signet, abgestimmte Farben, gut lesbare Schriftgrößen sowie wiedererkennbare Piktogramme bilden eine visuelle Leitlinie über alle Systemkomponenten hinweg. Die Gestaltung lehnt sich bewusst an die bestehende Stadtmöblierung an, um eine harmonische Integration ins Ortsbild zu gewährleisten.

Darüber hinaus wurden erste digitale Erweiterungen umgesetzt. An mehreren Standorten ergänzen Videoclips mit Audiodeskription die analogen Tafeln. Diese Clips bieten einen barrierearmen Einblick in die Geschichte Deidesheims und sind insbesondere für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen eine sinnvolle Ergänzung. Eine weiterführende digitale Ausweitung ist ausdrücklich vorgesehen.

Deidesheim zeigt insgesamt, dass Barrierefreiheit auch in sensiblen, denkmalgeschützten Innenstädten möglich ist – wenn mit Sorgfalt, Fachkenntnis und echter Beteiligung geplant wird.

Ein Beitrag zu echter Teilhabe

Barrierefreiheit ist mehr als nur ein technisches Detail, sie ist ein Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung. Mit dem Leitsystem in Deidesheim wird ein klares Signal gesendet: Alle Menschen sollen sich willkommen fühlen. Durch die Umsetzung wird nicht nur praktische Zugänglichkeit geschaffen, sondern auch ein positives Besuchserlebnis ermöglicht.

Warum barrierefreie Leitsysteme im Tourismus immer wichtiger werden

Ein inklusives Leitsystem stärkt nicht nur die soziale Teilhabe, sondern verbessert auch die touristische Infrastruktur insgesamt. Eine barrierefreie Orientierung wirkt sich positiv auf das Image eines Reiseziels aus, macht es für neue Zielgruppen attraktiver und steigert die Aufenthaltsqualität. Für Kommunen bedeutet das höhere Gästezufriedenheit, bessere Bewertungen und nachhaltigen Erfolg.

Ein barrierefreies Leitsystem kann aus folgenden Bausteinen bestehen

Taktile Bodenindikatoren

Für sehbehinderte Menschen können taktile Leitelemente in das Stadtbild integriert werden. Diese taktilen Rillen- und Noppenplatten führen sicher durch den öffentlichen Raum und helfen beim Auffinden von Querungen, Gebäudeeingängen oder Orientierungspunkten. Dabei wird auf eine harmonische Einbindung in das historische Straßenbild geachtet.

Kontrastreiche Beschilderung mit Piktogrammen

Alle Beschilderungen werden in hoher visueller Qualität umgesetzt: Eine große, gut lesbare Schrift, klare Symbole und ein starker Farbkontrast sorgen für eine einfache Erfassbarkeit – auch für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Die verwendeten Piktogramme sind selbsterklärend und international verständlich.

Akustische Hinweise an wichtigen Knotenpunkten

An ausgewählten Standorten, beispielsweise an Kreuzungen, bei besonderen Sehenswürdigkeiten oder an Startpunkten von Rundgängen, können akustische Signale Orientierung geben. Sie erhöhen die Sicherheit und bieten blinden und sehbehinderten Menschen zusätzliche Informationen.

Digitale Unterstützung über QR-Codes und App-Anbindung

Durch QR-Codes auf den Tafeln und Stelen werden digitale Inhalte bereitgestellt. Informationen in Leichter Sprache, Audioguides oder barrierefreie Karten können so ganz einfach mit dem Smartphone aufgerufen werden. Die Inhalte sind mit Screenreadern kompatibel und bieten mehrsprachige Unterstützung – ein Mehrwert für internationale Gäste und Menschen mit Leseschwierigkeiten.

Barrierefreie Kartendarstellungen

Die eingesetzten Stadtpläne und Karten werden speziell für eine barrierefreie Nutzung konzipiert. Eine klare Typografie, einfache Sprache, kontrastreiche Gestaltung und reduzierte Informationsdichte ermöglichen eine schnelle Orientierung. Karten in Brailleschrift sowie tastbare Übersichtspläne können das Angebot vor Ort zusätzlich ergänzen.

Fazit: Jetzt entdecken – Deidesheim barrierefrei erleben

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, dem sei ein Besuch in Deidesheim empfohlen. Der beliebte Weinort verbindet Genuss, Kultur und Natur und verfügt über ein Leitsystem, das allen Menschen den Weg ebnet. Barrierefreiheit ist hier keine Theorie, sondern gelebte Realität.

Wie der SWR über unser Projekt berichtet hat

Hier gehts Video und Beitrag vom SWR

Youtube Vorschaubild mit einer Person mit Brille
Bild einer physischen barrierearmen Informationsanlage mit Stadtplan zur Übersicht über das barrierefreie Leitsystem in Deidesheim
Plandarstellung des barrierefreien Leitsystems in Deidesheim